DieEinheit­­® über die Einheit – 25 Jahre danach

25 Jahre Deutsche EinheitAm 3. Oktober 2015 feiert Deutschland ein Jubiläum: 25 Jahre Deutsche Einheit. Demonstranten, Oppositionelle und komplizierte politische Verhandlungen trugen den wesentlichen Teil dazu bei, das geteilte Deutschland wieder zu vereinigen. DieEinheit­­® feiert mit und schaut sich das Ereignis aus Kommunikations-Sicht an.

„Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“, kommentierte Polit-Büro-Mitglied Günter Schabowski die neue, sehr viel freiere Reiseregelung für DDR-Bürger am 9. November 1989 während einer Pressekonferenz der SED. Auslöser für die folgenschwere Aussage Schabowskis war ein Missverständnis. Ein Missverständnis, das entstehen konnte, weil SED-intern mangelhaft kommuniziert wurde. Wichtige Unterlagen wurden nicht überreicht, es wurde nicht auf sie hingewiesen und es gab kein einheitliches Verständnis von der Zukunft der DDR-Bürger. Die neue Reiseregelung hätte erst am nächsten Morgen in Kraft treten sollen und vor allem – anders als von Schwabowski verkündet – abhängig sein von Genehmigungen durch die Volkspolizei. Nach Schabowskis Aussage auf der Pressekonferenz gab es jedoch kein Zurück mehr. Zum Glück hatte das Kommunikationswirrwarr keine schlimmen Folgen.

„Blühende Landschaften“ binnen weniger Jahre versprach Bundeskanzler Helmut Kohl den neuen Bundesländern, als die Deutsche Einheit 1990 offiziell wurde. Rund 1,6 Billionen Euro sind in den darauf folgenden 20 Jahren nach Einschätzung des Ifo-Insituts in den Aufbau Ost geflossen. In vielen ländlichen Gegenden zwischen Rostock und Suhl warten die Bürger noch heute auf den Aufschwung. In den aufwändig sanierten Großstädten wie Berlin oder Dresden sieht es da tatsächlich ganz anders aus. Viele westdeutsche Großstädte sind hingegen tief verschuldet. Trotz allem: Der Altkanzler machte ein Versprechen, das er nicht halten konnte. Die Tatsache, dass Hoffnungen binnen kürzester Zeit zerplatzt sind, hat Deutschland das Zusammenwachsen erheblich erschwert und die Politik der Einheit nicht glaubwürdiger gemacht.

„Abgeschlossen ist der Prozess des Zusammenwachsens erst, wenn wir nicht mehr wissen, wer die neuen und wer die alten Bundesbürger sind.“, kommentierte Willy Brandt die Einheit. „Arrogant, immer auf das Geld aus, bürokratisch und oberflächlich“, sind einige der Vorurteile, die viele Ostdeutsche noch immer gegenüber Westdeutschen haben. „Unzufrieden, misstrauisch und ängstlich“ heißen hingegen die Eigenschaften, die Wessis den Ostdeutschen zuschreiben, sagen verschiedene Meinungsforschungsinstitute.* Ein einheitliches Verständnis ist das nicht, doch es gibt Hoffnung: „Der Anteil derjenigen, die mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten zwischen Ost- und Westdeutschland sehen, ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen“, bestätigt Thomas Petersen vom Institut für Demoskopie Allensbach.

Während die Mauer in den Köpfen knapp 26 Jahre nach dem Mauerfall immer noch nicht ganz abgebaut ist, werden in Europa derzeit neue Mauern aus Stacheldraht gebaut. Zur gleichen Zeit hat der Staat Kanada eine Reisewarnung für den Osten Deutschlands ausgesprochen. Unter einer echten Einheit versteht DieEinheit­­® etwas anderes: „Ziele erreichen durch einheitliches Verständnis“ lautet unsere Mission.

In diesem Sinne hat die Deutsche Einheit noch einige Hürden zu bewältigen, bis sie als abgeschlossen vermerkt werden kann. Wir sind der Meinung: Deutschland schafft das! Die Frage ist nur: wann und wie?

*Quelle:Deutsche Welle

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